Judo - Eine Einzel- und Mannschaftssportart


Judo wurde im 19. Jahrhundert von Jigoro Kano in Japan entwickelt und ist eine Kampfart ohne Waffen, die auch zur Selbstverteidigung geeignet ist. Als sportlicher Zweikampf erlaubt Judo - was übersetzt soviel wie "sanfter Weg" bedeutet - nur bestimmte Würfe sowie Halte-, Würge- und Hebeltechniken. Schläge und Tritte sind zwar Bestandteil des Judo, dürfen aber im Wettkampf nicht ausgeteilt werden und werden im Training in der Regel nur noch im Rahmen der Selbstverteidigung oder so genannter Katas (stilisierte Formen eines Kampfes) geübt.

Die Judokämpfer heißen Judoka und tragen beim Kampf einen weißen oder blauen Judogi aus langer Jacke und Hose. Sehr wichtig ist der 4 bis 5 Zentimeter breite Gürtel. An seiner Farbe kann man erkennen, welchen Fertigkeitsgrad der Judoka erreicht hat. Im Judo werden sogenannte Gürtelprüfungen abgelegt, bei denen der Prüfling seine Kenntnisse unter Beweis stellt. Den Wettkampf gewinnt, wer seinen Gegner auf den Rücken wirft oder ihn zur Aufgabe zwingt.

Judokas können verschiedene Ziele vor Augen haben. Sie wollen große Erfolge erreichen, einen hohen Gürtelgrad besitzen und vieles mehr. Diese Ziele soll man wahrnehmen, auch wenn der ein oder andere an manchen Turniertagen oder in seiner generellen Laufbahn im Judo eine Pechsträhne hat. Die Philisophie des Judo ist die Bildung der eigenen Persönlichkeit durch Körper und Geist.

Man darf Judo nicht als Kraftsport sehen. Judo ist ein Kampfsport für Jedermann; ob jung oder alt, groß oder klein, schwer oder leicht. Das heisst also nicht, dass nur die einem körperlich überlegenen und gürtelgradmäßig fortgeschritteneren Judokas siegen können. Das A und O bei diesem Sport ist die Schnelligkeit, denn bei einem Turnier kann man nur siegen, wenn man im richtigen Moment, ohne zu zögern, einen korrekten Wurfansatz macht und auch die Ansätze des Gegners schnell wahrnimmt. Wenn man dabei etwas zögert, kann sein, dass man seinen Kampf, der oft schon entscheidend sein kann, verliert. Bei einem Turnier sind die Judokas nach Gewichts- und Altersklassen eingeteilt. So hat jeder Judoka gleiche Voraussetzungen. Gekämpft wird in Einzelturnieren oder in Mannschaften. Selbsverständlich gelten Regeln, die während der Kämpfe auf der Matte, der Tatami, von drei Kampfrichtern überwacht werden und natürlich auch beim Training zu beachten sind.